Artikel von Frau Dr. Birgit Leopold-Temmler, Fachtierärztin für Kleintiere

Kleine Hunde und ihre Bedürfnisse

Kleine Hunde sind etwas ganz Besonderes– nicht nur in Bezug auf ihre Körpergröße!

Obwohl alle Hunde vom Wolf abstammen, haben insbesondere kleine Hunde Besonderheiten, die viel zu wenig bekannt sind. Dazu kommen noch die jeweiligen rassetypischen Merkmale, die für die Gesunderhaltung und für die Pflege und Fütterung kleiner Hunde ebenfalls unbedingt berücksichtigt werden sollten.

Nicht vergessen werden sollte auch, dass verschiedene kleine Hunderassen keineswegs nur als Gesellschaftshunde gezüchtet wurden, sondern für ganz andere Zwecke, etwa für die Jagd auf Ratten (z.B. Yorkshire Terrier) oder sogar auf Dachse (Teckel, West Highland White Terrier). Das sollte man wissen, damit man seinem kleinen „Jagdhund“ auch gerecht wird.

Kleine Hunde vs. große Hunde

Kleine Hunde und Ihre Bedürfnisse. Wichtige Punkte, in denen sich kleine Hunde von großen Hunden unterscheiden, sind der Energiebedarf, die Regulation der Körpertemperatur, Fell und Haut, der Bewegungsapparat mit Muskeln und Gelenken, das Gebiss und die im Vergleich viel höhere Lebenserwartung kleiner Hunde. Hieraus ergeben sich Konsequenzen nicht nur für die Fütterung, sondern auch für die vorbeugende Gesunderhaltung des kleinen Lieblings.

In diesem Zusammenhang muss unter anderem vom Welpenalter an dem Gebiss besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden. Da kleine Hunde sehr viel älter werden als große Hunde, sind ab einem Alter von etwa 6-7 Jahren jährliche Vorsorgeuntersuchungen beim Tierarzt besonders wichtig. Diese sollten neben der normalen Allgemeinuntersuchung zusätzlich einen internistischen Check Up, eine Untersuchung des kleinen Gebisses und vor allem auch eine gründliche orthopädische Untersuchung umfassen, weil kleine Hunde Arthrose-bedingte Gelenkschmerzen nur selten in Form von ausgeprägten Lahmheiten anzeigen.