Artikel von Frau Dr. Birgit Leopold-Temmler, Fachtierärztin für Kleintier

Verdauung und Ernährung - Ansprüche kleiner Hunde

Dass kleine Hunde besondere Ansprüche an Ihre Fütterung haben, ist viel zu wenig bekannt. Kleine Hunde benötigen je nach Aktivität und Witterung mehrfach am Tag kleine energiereiche Extraportionen oder auch Snacks für zwischendurch, um ihren hohen Kalorienbedarf zu decken.

Da kleine Hunde einen ebenso kleinen Verdauungstrakt haben, und der Magen daher keine großen Portionen aufnehmen kann, müssen Futter, Leckerchen und Snacks gleich drei Bedingungen erfüllen: Erstens muss eine kleine Portion viele Kalorien enthalten, zweitens muss diese Energie auch schnell verfügbar sein, damit der Blutzuckerspiegel stabil bleibt, ähnlich wie bei einem Hochleistungs- oder Ausdauersportler, und drittens darf aber die Ernährung nicht zu Übergewicht führen.

Kleine Hunde und Übergewicht

Übergewicht kann auch für kleine Hunde und trotz des höheren Energiebedarfes zum Problem werden, daher ist darauf zu achten, dass der tägliche Kalorienbedarf nicht überschritten wird, und es sollten regelmäßige Gewichtskontrollen erfolgen. Kleine Hunde sollten daher über den Tag je nach Aktivität und Jahreszeit mit besonderer Aufmerksamkeit mehrfach gefüttert werden. Man muss dafür Sorge tragen, dass der kleine Hund immer ausreichend mit Energie versorgt ist, gleichzeitig soll die Ernährung jedoch den kleinen und teils recht empfindlichen Verdauungstrakt nicht überbelasten. Zu große Portionen, ein nicht gut vertragenes Leckerli, eine einseitige Ernährung oder Futterumstellung oder auch nicht einwandfreies Wasser (Pfütze!) können bei kleinen Hunden sehr rasch zu Verdauungsstörungen und zu Durchfall führen. Kommt die Darmflora aus dem Gleichgewicht, kann keine normale Verdauung mehr stattfinden. Es mangelt dem kleinen Hund dann an Energie, der Blutzuckerspiegel kann gefährlich absinken, und es kann zu einem Wassermangel im Körper kommen, mit gefährlichen Folgen bis zum Schock.

Symptome für einen niedrigen Blutzuckerspiegel und eine Austrocknung des Körpers sind Schläfrigkeit, Schwäche und Appetitlosigkeit bzw. Futterverweigerung. Darum sollte solchen Situation möglichst über ein entsprechend sorgfältiges Futter-Management des kleinen Hundes vorgebeugt werden. Energiereiche Snacks oder – bei Verdauungsstörungen – auch entsprechende gut verträgliche kleine Energielieferanten, am besten in halbflüssiger Form, sollte man als Besitzer eines kleinen Hundes eigentlich stets dabei haben, vor allem bei längeren Spaziergängen oder Tagesausflügen, und natürlich auf Reisen. Hat der kleine Hund dann trotzdem einmal ein Verdauungsproblem, sollte ihm etwas angeboten werden, das einerseits besonders gut schmeckt, und andererseits leicht verdaut werden kann. Halbflüssige Futtermittel bringen dabei gleichzeitig auch den aus dem Gleichgewicht geratenen Flüssigkeitshaushalt mit in Ordnung.